Ausbildung in Essenzieller Körpertherapie

Grundlegendes:

 

Körpertherapie als Ausdruck der eigenen Selbstbefindlichkeit

 

Die Beschäftigung mit Körpertherapie in unserem Sinne bedeutet zunächst, sich auf die Befindlichkeit des eigenen Selbst einzulassen.
Es ist zuerst einmal eine Standortbestimmung, die wir an uns selbst vornehmen.

In späterer Folge können wir dasselbe dann in der Therapie gemeinsam mit jenen Menschen, die sich uns in unserer Arbeit anvertraut haben, durchführen und uns dabei in unserer eigenen Befindlichkeit wiederentdecken.

Wir müssen zuerst wissen, wer wir selbst sind und in welchem Zustand des Selbst wir uns gerade befinden.
Nur davon ausgehend können wir dann wirklich bestimmen, was der nächste Schritt unserer Selbstentwicklung sein soll.

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Wie auf einer Wanderschaft durch eine uns sehr vertraute aber nicht ganz und gar bekannte Landschaft tasten wir uns mit unseren Händen und Füßen, mit unserer Stimme und unserem ganzen Körper vor, um zu erfassen, dass wir sind, wie wir sind, wer wir sind und vor allem auch, wo wir hier eigentlich sind.

Wo wir uns befinden ist ein anderer Ausdruck für den Ort, der unser eigentliches Selbstgefühl ausmacht.
Das scheint auf den ersten Blick nicht verständlich zu sein, doch es ist genau diese Orientierung in der Welt und in ihren ihr von uns zugeschriebenen Bedeutungen, welche uns selbst in den Mittelpunkt unseres Welterlebens setzt.

Befinden wir uns gerade in der zeitlosen Zeit des einfach in uns Ruhens, des ganz und gar da Seins ohne Zweck und Ziel, oder sind wir im funktionalen Modus unserer Alltagsbefindlichkeit auf das Machbare oder auf das Notwendige ausgerichtet? Oder sind wir gar, wenn wir dazu schon imstande sind, gleichzeitig in beiden Bereichen verwurzelt und können eine Leichtigkeit des Seins mit klarer funktionaler Effizienz verbinden?

Das ist sowohl eine Frage jedes individuell erlebten Augenblicks als auch eine Frage unserer grundsätzlichen Befindlichkeit in der Welt.

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Es führt uns gleichzeitig zum Ausdruck unseres individuellen Daseins und unseres ganz eigenen speziellen Lebensgefühls, als auch in die von unserer Kultur und unserer Geschichte mitsamt ihren kulturellen und geistigen Archetypen vorgegebenen Muster der Lebensbewältigung, also unseres kollektiv eingeübten oder von Kindheit an erlernten inneren geschichtlichen Bewusstseins.
Gemeint ist hier nicht Geschichte, die wir in Büchern lesen oder in Filmen anschauen können, sondern jene Aspekte der Geschichte, welche durch unsere Erziehung, unser Ahnensystem und unser eingebettet Sein in eine bestimmte Kultur unser Leben mit-prägen.

Aus dieser durch Muster bestimmten Befindlichkeit inmitten unserer Lebensrealität müssen wir, wenn wir Freiheit, Glück und gelungene Partnerschaften, - zunächst mit uns selbst und dann mit unseren Liebsten -, anstreben, zu einer spielerisch spontanen und von unseren organischen Bedürfnissen getragenen - aber nicht zwanghaft beeinflussten - neuen Befindlichkeit kommen.

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Die Philosophie oder das Menschenbild hinter einer Therapieform ist gleichzeitig die theoretische Grundlage des therapeutischen Ansatzes, aber auch, wenn sich die Therapie nicht in der Anwendung von vorgegebenen Techniken erschöpft, wesentlicher Leitfaden für das therapeutische Vorgehen und die Haltung und Art der Begegnung, welche in der therapeutischen Sitzung angeboten und verwirklicht werden.

Die grundlegende Frage nach der eigenen Befindlichkeit und damit auch nach dem Ausmaß unserer eigenen Freiheit zu stellen, und sich damit der eigenen Freiheit wirklich bewusst zu werden, ist die Voraussetzung dafür, dem Klienten frei und selbstverständlich begegnen zu können, ohne ihn oder sie in unsere eigenen Muster bewusst oder unbewusst so einzubinden, dass der Klient schließlich unsere eigenen Anliegen oder Ansichten wiederzuspiegeln beginnt.

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Körpertherapie bedeutet aber auch, uns auf die Körperlichkeit und den Körperausdruck einer anderen Person einzulassen, und deren Ausdruck oder Befindlichkeit mit unserer eigenen körperzentrierten Befindlichkeit vergleichen zu können.

Aus diesem Vergleich ergibt sich dann schon ein erstes wesentliches und sehr umfassendes Mittel unserer Arbeit:

Wir können anhand der Veränderungen, welche der Klient in uns durch die unbewusste somatische Resonanz, die sich zwischen zwei Personen im selben Raum einstellt, erzeugt, selbst zum Instrument für die Anerkennung der  Befindlichkeit unseres Klienten werden, und darüber hinaus auch zum Instrument für die Veränderungen in dieser Befindlichkeit unseres Gegenübers.

Natürlich gibt es dazu eine gewisse Vorgabe. Wir richten uns also zuerst nach dem Grad der Freiheit, die unserem Gegenüber offensteht, und nach seinem Bezug zur sozialen Interaktion, welche ihm in diesem Moment schon möglich ist.

Dann passiert das Wunderbare in der Therapie: Der Klient erweitert seinen Freiheitsgrad, öffnet sich spontan zu einer anderen, größeren, großzügigeren Version seines Lebensgefühls und erlebt vielleicht die Unbegrenztheit des gegenwärtigen Augenblicks oder er erfährt vielleicht in diesem speziellen Moment etwas nicht zur Gänze Aussprechbares über die Tiefe seiner eigenen Existenz.

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Der Mensch ist ein soziales Tier, animalisch betrachtet, und das Tier braucht organische Freiheit, das heißt, die Möglichkeit, seine organisch vorgegebenen Bedürfnisse leben zu können, und zugleich braucht es als soziales Tier das liebevolle Eingebundensein in Beziehungen zu anderen Exemplaren seiner eigenen Spezies.

Die hier angesprochenen organischen und sozialen Bedürfnisse umfassen auch kreativen, künstlerischen und gesellschaftlich relevanten Selbstausdruck, wobei das Ausmaß und die Art der jeweiligen Bedürfnisse von Person zu Person verschieden sind, grundsätzlich aber, sobald die seelische Dynamik eines Menschen nicht zu sehr von belastenden Erinnerungen und Erfahrungen gedämpft, zurückgehalten oder verzerrt wird, als wesentlicher Teil seines Selbstausdrucks wie von selbst im Prozess der Begegnung mit Anderen und in der Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten des eigenen Lebens auftauchen.

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Die grundsätzliche essenzielle Frage, wer wir sind, ist vielleicht nicht im tieferen Sinn zu beantworten.

Die pragmatische essenzielle Frage, wer wir sind, wenn wir uns in Bezug auf unsere seelische Dynamik und im Bezug auf unsere eigene Befindlichkeit wahrnehmen, ist jedoch nach Ansicht der essenziellen Körpertherapie relativ klar auszumachen.

Wir sind Wesen des Spirits, der Vision, des allumfassenden oder universellen Geistes, oder wenn Sie so wollen, dessen, was die Welt in ihrem Sinnzusammenhang für uns bestimmt, was die Welt in ihrer Sinnhaftigkeit für uns ausmacht.

Wir sind also zunächst einmal spirituelle Wesen, und das ist hier ganz pragmatisch gemeint. Wir sind Geschöpfe, die Teil eines umfassenderen Ganzen und Teil eines größeren vorgegebenen Sinnzusammenhanges sind.

Das setzt keine bestimmte Form des Glaubens oder der Religion voraus und schließt auch keine dieser Formen aus, doch es besagt, dass wir eine Art höheres Selbst oder eine Ebene des eigenen Seinsgefühls, eine Art grundlegender Bestimmtheit besitzen, die uns in unserem Wesen ausmacht.

 

Genau dort, wo wir uns als doch recht erdgebundene Geschöpfe unserer Befindlichkeit bewusst werden wollen, und diese Bewusstheit ist vor allem auch eine körperbezogene, eine, die unsere ganz alltäglichen Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte umfasst, die uns auf organische Weise mit dem Leben verbindet, das durch uns fließt, genau dort also, wo wir unserer Befindlichkeit nachgehen, um zu entdecken, wer, was und wie wir im Grunde sind, finden wir unser eigentliches Selbst am Deutlichsten im Bereich des Überpersönlichen wiedergegeben.

Wir sind dann am meisten wir selbst, wenn wir uns unserer archetypischen Eigenschaften als menschliche Wesen im visionären Sinn bewusst werden.

Das heißt, wenn es uns gelingt, zu entdecken, dass wir mit unserem Leben und am Grunde unserer Befindlichkeit reines Dasein ausdrücken können, aber dann gleich danach reine Eigenschaften, essenzielle Qualitäten, die uns ein bisschen an die hundert Namen Allahs im Sufismus oder an die den Engeln im Christlichen vielleicht zugeschriebenen Qualitäten erinnern mögen, der Ursprung der Gerechtigkeit oder des Mitgefühls, die wahre Natur der Sanftheit, unbezähmbarer Mut, Lebenskraft, die sich nicht verlieren will.

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Wenn wir also ganz bei uns sind, sind wir zugleich in einer umfassenderen Art bei uns, sind wir mehr als wir normaler Weise zu sein glaubten, und diese gefühlte und gespürte Identifikation mit unserem wahren Wesen ist tief berührend, unglaublich stärkend und wirkt durch und durch wahrhaftig für uns selbst.

Mit diesem speziellen Charisma der Selbstbegegnung ausgerüstet, können wir der Welt mit größerer Gelassenheit begegnen, vor allem auch dort, wo sie für uns ihre Schrecken bereithält oder vielmehr zumeist, bereithielt, denn wir kämpfen ja fast immer mit Ängsten oder Schrecken der Vergangenheit, wenn wir uns mit Einschränkungen unserer seelischen Dynamik konfrontiert sehen.

Sind es tatsächlich reale Einschränkungen in unserer Lebenswirklichkeit, denen wir gegenüber stehen, reicht Therapie ohnehin nicht aus, um diese zu bewältigen, wir müssen dann auch real tätig werden oder Entscheidungen treffen, wie wir uns beispielsweise gegenüber aktuell sich ereignendem Unrecht verhalten wollen. Auch hier hilft uns natürlich ein verwurzelt Sein oder geerdet Sein in unseren essenziellen Qualitäten, aber wir brauchen dann auch konkrete soziale oder gesellschaftliche Interaktion, um die belastende Situation in unserem Sinn zu beeinflussen.

Das gilt im Übrigen natürlich auch allgemein in der Therapie mit Klienten. Dort wo der Klient realer Diskriminierung unterliegt, lässt sich diese nicht therapeutisch behandeln sondern ist zumindest in ihrem realen Anteil eine Frage gesellschaftlicher Selbstbehauptung oder zumindest von Entscheidungen, die auf der Ebene des eigenen sozialen und gesellschaftlichen Verhaltens getroffen werden müssen.

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Wenn es aber um unser Innenleben geht, um unsere Befindlichkeit, so ist diese Hinwendung zur überpersönlichen essenziellen Ebene ein durchaus wesentlicher Zugang zu einer anderen Körperstruktur, Körperhaltung und von der eigenen Körperlichkeit ausgehender Präsenz.

Das bedeutet, therapeutische Veränderungen in der essenziellen Körpertherapie setzen teilweise oder zumindest dem Grunde nach direkt in der spirituellen Ebene - wie immer sie diese jetzt selbst nennen wollen - an, und drücken die Befindlichkeit der Seele mit Hilfe der eigenen Körperlichkeit aus. Die verkörperte Seele ist zugleich Geist-Seele, weil sie sich mit den ursprünglichen Eigenschaften des Geistes - oder des wie immer genannten universellen Prinzips - verbinden muss, um zu ihrer wahrhaftigen Ausdrucksmöglichkeit zu gelangen.

 

Angewandtes Seinsgefühl:

 

 

Unsere Ausbildung in Essenzieller Körpertherapie:

 

 

Körpertherapie in unserem Sinne setzt also unmittelbar im spirituellen Bereich an, der dann direkt seinen vegetativen energetischen und emotionalen körperlichen Ausdruck findet.

Ursprünglich auf Wilhelm Reich zurückgehend, bieten wir eine weiterentwickelte Körperarbeit an, die körperbezogene Interventionen auf energetischerkörperlicherverbaler und spiritueller Ebene gleichermaßen beinhaltet und den essenziellen und existenziellen Kontakt mit dem Menschen in der Therapie in den Vordergrund rückt.

Sie erwerben therapeutische Kompetenz und ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge zwischen Psychodynamik und Körperstruktur.

Wir vermitteln Ihnen auch einen innovativen Zugang zu traumatherapeutischen Themen und führen Sie in die Kunst des Doppelprozessierens und anderer neuartiger Verfahren zur Verarbeitung und Integration intensiv beanspruchender Lebenssituationen in Gegenwart und Vergangenheit ein.

In der essenziellen Körpertherapie arbeiten wir im Anlehnung an Wilhelm Reich mit der Erfahrung eines vitalen Energieflusses, den Reich als Libidofluss bezeichnete. Dieser ist, wenn er deutlich spürbar wird, als Gefühl vegetativen Strömens im Körper wahrnehmbar. Dieser Libidofluss kann durch körperorientierte Interventionen angeregt und von Stauungen befreit werden.

Es mag durchaus so sein, dass die heutige Wissenschaft die Existenz energetischer Phänomene nicht zu verifizieren vermag, sie sind aber für den körpertherapeutischen Praktiker alltäglich wahrnehmbar und werden als phänomenologische Wirklichkeit auch weltweit seit 90 Jahren von KlientInnen erlebt.

Zu diesem von Reich entdeckten psychodynamisch wirksamen Libidofluss treten in der Essenziellen Körpertherapie zwei weitere Ebenen des Libidoflusses, die meiner Ansicht nach bisher noch nicht Eingang in das allgemeine Wissen der Körperpsychotherapie gefunden haben.

Dies sind die Ebenen des embryonalen Libidoflusses und des essenziellen Libidoflusses, welche jeweils andere Dynamiken in der körpertherapeutischen Arbeit in den Vordergrund stellen.

Embryonaler Libidofluss heißt: Themen des am Leben Seins, des grundsätzlich als Wesen angenommen Werdens, des Entstehens und Bleibens als energetische Ebene im Körper ansprechen zu können.

Essenzieller Libidofluss bedeutet, dass auch innerer Raum, essenzielle Qualitäten, Wesentlichkeit einer Person zu einem ganz charakteristischen Fließen der Energie im Körper führen, die durch bestimmte Interventionen angeregt werden kann und zum Ausdruck einer Person auf essenzieller Ebene führt.

Das Spannende daran ist, dass die Körpertherapie oder Körperpsychotherapie meiner Ansicht nach dann ihre volle Wirkungskraft in Bezug auf vegetative und emotionale ganzheitliche Veränderung einer Person erreicht, wenn sie sich an diese Grenze zu spiritueller Heilarbeit heranwagt.

Dazu ist es nötig, dass sie ihren Anspruch auf wissenschaftliche Erklärbarkeit zumindest eine Zeit lang hinter die für den Klienten/die Klientin viel wesentlichere Frage einer umfassenden Persönlichkeitswahrnehmung und eines umfassenden Persönlichkeitsausdrucks, der vom Wirken des Spirits direkt zur Veränderung in der körperlichen Präsenz führt, zurückstellt.

Die Verbindung körpertherapeutischer und ethnotherapeutischer Vorgangsweisen führt zum Kern des Potentials Ihrer Arbeit mit Menschen.

  Schamanische Bergwanderung - österreichische Alpen - Kraftorte

Aufbau:  

Sie nehmen an den Körpertherapie-Workshopeinheiten teil, an denen explizit körpertherapeutisches Vorgehen

  • gelehrt
  • demonstriert und
  • geübt wird.

Die eigene Selbsterfahrung stellt eines der wesentlichsten Elemente des Arbeitens mit Menschen dar.

Zu diesem Zweck bieten wir Ihnen zusätzlich zu den auf Wissenerwerb und auf Ihr persönliches Können und Verstehen als Therapeut ausgerichteten Körpertherapietagen Möglichkeiten zur Teilnahme an verschiedenen Workshops und Einzelbegleitung zur emotionalen und vegetativen Integration Ihrer eigenen Prozesse, die sich während der Ausbildung in Essenzieller Körpertherapie vollziehen, an.

Tanz und Bewegung

Ein Stilmittel, das wir im Rahmen unserer Ausbildung in Essenzieller Körpertherapie sehr gern benützen, ist ekstatischer Tanz.

Dabei geht es nicht um das Erreichen bestimmter außergewöhnlicher oder veränderter Bewusstseinszustände, sondern um ein Erfassen des eigenen Selbst und der eigenen Befindlichkeit und Ausdrucksmöglichkeit mit Hilfe von Bewegung. Der Körper lügt nicht, und in der Bewegung zeigt er sich in seiner einfachen und zugleich manchmal fast unglaublich feinen Effizienz. Es geht ihm und uns dabei nicht um Wirksamkeit im Sinn irgendeiner Leistung, sondern um das wirkungsvolle und stimmige Element des Selbstausdrucks, um den Moment der Wahrheit, der unser Leben in unserer Körperlichkeit spiegelt und uns zugleich neue faszinierende Möglichkeiten aufzeigt, die sich in der Bewegung enthüllen. Der Körper in Bewegung wird dabei zum richtungsweisenden Element unserer Selbstentwicklung. Natürlich geht es dabei auch darum, einfach Spaß und Freude an der eigenen Bewegung und Beweglichkeit zu erleben oder manchmal auch, wiederzufinden.